Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit durch Prof. Dr. phil. habil. Oliver Sträter, Fachgebietsleiter der Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Kassel. Die von den Studierenden entwickelte CoARtec-Plattform (Collaborative Augmented Reality Technology) blendet digitale Inhalte direkt in das reale Arbeitsumfeld ein und ermöglicht so eine neue Form der Wissensvermittlung – im Sinne einer „virtuellen Einweisung“.
Doch was genau bedeutet Augmented Reality (AR)? AR erweitert die reale Umgebung um digitale Informationen wie 3D-Modelle, Animationen oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Mithilfe von VR-Brillen – unter anderem der Apple Vision Pro – werden diese Inhalte direkt im Sichtfeld des Nutzers angezeigt und passgenau mit der Maschine verknüpft. Bauteile können hervorgehoben, Abläufe visualisiert oder Bedienhinweise eingeblendet werden. Gerade bei komplexen Maschinen bietet dies großes Potenzial, da Zusammenhänge intuitiver nachvollzogen und Prozesse schneller verstanden werden können.
Die CoARtec-Plattform verfolgt das Ziel, Anwenderinnen und Anwender bei der Inbetriebnahme sowie beim allgemeinen Kennenlernen von Maschinen, insbesondere Spezialmaschinen, zu unterstützen. Neue Mitarbeitende oder internationale Fachkräfte sollen dadurch schneller ein erstes technisches Verständnis entwickeln. „Das Coole an der Anwendung ist auch, dass unterschiedliche Lerntypen berücksichtigt werden“, erklärt David Eich, Student der Universität Kassel. „Damit wird Wissen nicht nur vermittelt, sondern erlebbar gemacht.“
Die entwickelte Anwendung wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zwei Testgruppen mit jeweils vier Mitarbeitenden von Probst durchliefen die virtuelle Einweisung an der VM-X-PAVERMAX und bewerteten diese anschließend mithilfe eines Fragebogens. Die Ergebnisse zeigen: Grundsätzlich funktioniert die Anwendung wie vorgesehen. Auch eine unerfahrene Person konnte die Maschine nach der AR-Einweisung bedienen, was das Potenzial der Lösung unterstreicht.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Bedienung und Anpassung der virtuellen Elemente an die reale Umgebung derzeit noch als sehr komplex empfunden wird. Hier besteht weiteres Optimierungspotenzial, insbesondere im Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit und Praxistauglichkeit im Arbeitsalltag. Der Austausch zwischen Universität und Unternehmen zeigt eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial in der Verbindung von Forschung und industrieller Praxis liegt. Deshalb ist es für Probst als innovatives Unternehmen selbstverständlich, Projekte wie diese auch in Zukunft aktiv zu unterstützen.
Der Test macht deutlich: Augmented Reality eröffnet im Maschinen- und Anlagenbau neue Perspektiven – von der Inbetriebnahme über Schulungen bis hin zu Service- und Wartungsprozessen. Die CoARtec-Plattform gibt damit bereits heute einen Blick in die Zukunft der technischen Qualifizierung. In welchem Umfang sich solche Lösungen langfristig im praktischen Alltag etablieren, wird sich in den kommenden Entwicklungsstufen zeigen.
